Unsere Herde

Die Herde wird ganzjährig im Freien gehalten. Bullen, Mutterkühe und Jungtiere weiden gemeinsam auf unserem weitläufigen Gelände, so wie sie es seit Beginn ihrer Robustrinderrasse gewohnt sind. Dabei stellen wir natürlich sicher, dass keine Färse zu früh belegt wird oder die halbstarken Jungbullen zu früh decken.

Merkmale unserer Zucht

Die Beurteilung unserer Zuchttiere ist den allgemeinen Vorgaben angepasst. Sie hat die Aufgabe, die Merkmale Typ, Bemuskelung und Skelett entsprechend den von den Rasse- und Zuchtverbänden festgelegten Zuchtzielen der jeweiligen Rasse subjektiv einzuschätzen und diese durch die Vergabe der Noten 1-9 zu bewerten. Das Ergebnis entscheidet neben anderen Kriterien über die weitere Nutzung zur Zucht oder Selektion eines Rindes. So ist z.B. die Einstufung von männlichen oder weiblichen Tiere in die höchste Herdbuchklasse, neben weiteren Leistungsanforderungen, mindestens an die Note 6 und 7 gebunden. Die Bewertung der Kühe erfolgt nach der 1. und 3. Kalbung. Die Bullen werden ab einem Lebensalter von 11 Monaten beurteilt. Es werden nur gesunde Tiere im Freien in der Bewegung und im Stand begutachtet und zwar von vorn nach hinten und oben nach unten.

1. Bewertung des Typs

Der Typ ist der äußere Gesamteindruck des Tieres unter Berücksichtigung der rassetypischen Merkmale und des definierten Zuchtziels. Er steht für die Harmonie des Körperbaus, beginnend vom Kopf, für eine ansprechende Kapazität in Breite, Tiefe, Länge und für einen guten Rahmen. Die Körperform sollte symmetrisch ausgeglichen sein. Die Farbe des Haarkleides, Pigmentierung der Schleimhäute, Hornformen und der Hornstatus werden entsprechend der jeweiligen Rasse beurteilt. Die Bewertung erfolgt unter Beachtung der jeweiligen Nutzungsausrichtung. Je rassetypischer ein Rind ist, umso höher fällt die Benotung aus.

2. Bewertung des Skeletts

Die Bewertung des Skeletts ist für die Lebensdauer und Marschtüchtigkeit von besonderer Bedeutung. Ein geschlossener Knochenbau mit fest angesetzter Schulter, geradem Rücken in einer langen Mittelhand, ausreichender Tiefe und einem breiten ausreichend langen, leicht geneigten Becken, gut gewölbter Rippe und einem kräftigen Fundament ist dafür die beste Voraussetzung. Die korrekt gestellten Vordergliedmassen sollen von vorn und von der Seite betrachtet senkrecht verlaufen. Bei den geraden Hintergliedmaßen beträgt der optimale Sprunggelenkwinkel 145 bis 155 Grad. Die Klauen sind gerade, fest und geschlossen, sie sollen einen Winkel von 45 Grad aufweisen. Die Trachten müssen hinlänglich hoch sein. Korrekte Hintergliedmaßen sind besonders bei Deckbullen von großer Wichtigkeit, da diese beim Springen durch das gesamte Körpergewicht extrem stark belastet werden. Ein breites Becken bei den weiblichen Tieren begünstigt den Geburtsablauf und trägt zum leichteren Kalben bei.

3. Bewertung der Bemuskelung

Bei der Bemuskelung wird der Fleischansatz an Vor-, Mittel- und Hinterhand betrachtet. Im Vordergrund steht hierbei eine gute Befleischung an Schulter, Rücken, Lende und Keule. Die Muskeln setzen sich exakt ab und sind von fester Konsistenz. Um eine Aussage über das Fleischbildungsvermögen treffen zu können, ist die Beurteilung der Bemuskelung sehr wichtig. Bemuskelung bedeutet Fleisch. Angestrebt werden eine plastisch geformte und tief nach unten gezogene Außenkeulenbemuskelung und eine gute Bemuskelung der Innenkeule. Je höher die Intensitätsstufe einer Rasse ist, umso höher ist auch der Fleischansatz zu bewerten. Bei tragenden oder kalbführenden Kühen ist zu beachten, dass diese oftmals besser bemuskelt sind, da sie ihre Energie nicht für die Milchproduktion aufzuwenden brauchen.